Zum Inhalt
Porträt des Gründers von Befundkompass

Fabian Oberhoff

Arzt und Gründer von Befundkompass

Deine Gesundheit in deinen Händen

Befundkompass ist für mich aus einem einfachen Gedanken entstanden: Menschen sollten in Fragen ihrer eigenen Gesundheit mündiger sein können. Shared Decision Making, also das gemeinsame Treffen medizinischer Entscheidungen, ist zu Recht ein wichtiges Leitbild moderner Medizin. Wirklich gelebt werden kann es aber nur, wenn Patient:innen verstehen, worüber gesprochen und entschieden wird. Wer den eigenen Befund, bereits erfolgte Untersuchungen, offene Fragen und mögliche nächste Schritte nachvollziehen kann, kann die eigenen Bedürfnisse und Präferenzen klarer in das Gespräch mit Ärzt:innen einbringen.

Rund 150 Millionen Arztbriefe und etwa eine Milliarde Kontakte zwischen Ärzt:innen und Patient:innen pro Jahr in Deutschland zeigen, in welcher Größenordnung medizinische Informationen jeden Tag vermittelt und verstanden werden müssen. Befundkompass soll dabei helfen, aus Information echtes Verständnis und aus Verständnis Beteiligung zu machen. Nicht, um ärztliche Expertise zu ersetzen, sondern um eine Voraussetzung dafür zu schaffen, dass Patient:innen und Ärzt:innen Entscheidungen tatsächlich gemeinsam treffen können und Shared Decision Making mehr ist als eine gute Idee.

Wie ist die Idee für Befundkompass entstanden?

Die Idee für Befundkompass entstand während meines praktischen Jahres, dem letzten Abschnitt des Medizinstudiums. In dieser Zeit arbeitet man ein Jahr lang direkt in der Patientenversorgung und erlebt den Klinikalltag nicht mehr aus der Distanz, sondern auf Station, in Ambulanzen und in vielen persönlichen Begegnungen.

Ich hatte mich sehr auf dieses Jahr gefreut. Nach vielen Jahren des Lernens wollte ich endlich dort arbeiten, wo Medizin unmittelbar stattfindet: bei den Patient:innen. Ich wollte zuhören, Zusammenhänge verstehen, erklären und das Wissen anwenden, das ich mir im Studium erarbeitet hatte. Gerade diese Nähe zu den Menschen hat den Gedanken hinter Befundkompass geprägt.

Welche Beobachtung hat mich besonders beschäftigt?

Schon nach kurzer Zeit fiel mir auf, wie groß die sprachliche Distanz zwischen medizinischer Dokumentation und dem eigenen Erleben einer Erkrankung sein kann. Arztbriefe, Laborwerte und Entlassberichte beschreiben den eigenen Körper sehr genau und können sich trotzdem wie Texte anfühlen, die für jemand anderen geschrieben wurden.

Diese Distanz ist mehr als ein sprachliches Problem. Wer zentrale Begriffe oder Zusammenhänge nicht versteht, kann schwer einschätzen, welche Information wichtig ist und an welcher Stelle noch etwas unklar geblieben ist. Genau dort sah ich eine Aufgabe, die sich mit guter Technologie sinnvoll unterstützen lässt.

Warum entsteht diese Lücke im Klinikalltag?

Für mich war schnell klar, dass dieses Problem nicht auf fehlende Bereitschaft einzelner Ärzt:innen zurückzuführen ist. Ich habe viele Ärzt:innen erlebt, die aufmerksam, sorgfältig und menschlich arbeiten und ihren Patient:innen gerne mehr erklären würden. Im Klinikalltag steht dieser Anspruch jedoch häufig einem System gegenüber, in dem Gespräche, Dokumentation, Diagnostik, Entscheidungen, Angehörigengespräche und Entlassungen gleichzeitig organisiert werden müssen.

Zeit wird dadurch zu einer knappen Ressource. Das betrifft nicht nur Patient:innen, die Erklärungen benötigen, sondern auch Ärzt:innen, die komplexe Sachverhalte individuell einordnen möchten. Befundkompass soll diese strukturelle Realität nicht beschönigen, sondern dort unterstützen, wo digitale Werkzeuge tatsächlich entlasten können.

Was hat mich dazu bewegt, Befundkompass zu entwickeln?

Medizinische Fachsprache ist präzise und für die Kommunikation zwischen Fachleuten unverzichtbar. Die Lösung kann deshalb nicht darin bestehen, sie einfach zu vereinfachen oder wichtige Details wegzulassen. Entscheidend ist vielmehr, dieselben Inhalte so zu erklären, dass ihre Bedeutung verständlich wird, ohne den medizinischen Zusammenhang zu verlieren.

Aus diesem Anspruch entstand Befundkompass. Befunde sollen nicht nur zusammengefasst, sondern nachvollziehbar erklärt werden. Nutzer:innen sollen sehen können, worauf sich eine Erklärung bezieht und welche Aussage aus welchem Teil des Originaldokuments stammt. Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit gehören für uns deshalb untrennbar zusammen.

Warum spielt der Umgang mit Gesundheitsdaten eine so große Rolle?

Von Anfang an war für mich nicht nur entscheidend, was Befundkompass erklärt, sondern auch, wie mit den dafür notwendigen Daten umgegangen wird. Gesundheitsdaten enthalten sehr persönliche Informationen über Diagnosen, Behandlungen, Ängste und Lebenssituationen. Deshalb sollte ihre Verarbeitung für Nutzer:innen verständlich, klar begrenzt und auf das notwendige Maß reduziert sein.

Befundkompass setzt bewusst auf europäische KI Technologie und eine eigene technische Architektur. Ziel ist, dass Patient:innen möglichst viel Kontrolle über ihre Daten behalten. Inhalte sollen nur für den jeweiligen Zweck verarbeitet und nicht im Hintergrund für andere Zwecke weiterverwendet werden. Besonders wichtig ist, dass hochgeladene Befunde nicht zum Training der eingesetzten KI Modelle verwendet werden.

Gerade bei medizinischen Daten reicht technische Leistungsfähigkeit allein nicht aus. Patient:innen sollten nachvollziehen können, was mit ihren Angaben geschieht und wofür sie verwendet werden. Diese Transparenz ist für mich kein Zusatz, sondern eine grundlegende Voraussetzung für einen verantwortungsvollen Umgang mit Gesundheitsdaten.

Welche Rolle soll Befundkompass im ärztlichen Gespräch einnehmen?

Befundkompass soll ärztliche Beratung nicht ersetzen. Ein digitales System kann weder eine persönliche Untersuchung noch klinische Erfahrung oder die individuelle Einordnung durch eine Ärztin oder einen Arzt übernehmen. Diese Grenze ist für uns klar.

Unsere Rolle liegt davor und dazwischen: Informationen verständlicher zugänglich machen, Fragen strukturieren und vorhandenes Wissen so aufbereiten, dass das persönliche Gespräch darauf aufbauen kann. Befundkompass soll damit kein zusätzlicher Akteur zwischen Patient:innen und Ärzt:innen sein, sondern ein Werkzeug, das ihre direkte Kommunikation unterstützt.

Was soll Befundkompass in Zukunft leisten?

Schon heute verbindet Befundkompass zentrale Funktionen miteinander: eine sichere und detaillierte Befundübersetzung, eine strukturierte Arztterminvorbereitung und eine sicher verschlüsselte Gesundheitsapp mit weiteren Werkzeugen. Diese Funktionen bilden jedoch nur den Anfang. Befundkompass ist als digitaler Gesundheitsbegleiter gedacht, der dich langfristig im Umgang mit deiner Gesundheit unterstützen kann.

Deshalb wird das Projekt kontinuierlich weiterentwickelt. Neue kostenlose Module sollen fortlaufend hinzukommen und bestehende Funktionen sinnvoll ergänzen. Schritt für Schritt soll so eine Umgebung entstehen, in der medizinische Informationen, persönliche Gesundheitsdaten und die Vorbereitung auf Versorgungssituationen sinnvoll zusammenfinden , mit dem Anspruch, Menschen mehr Überblick und Handlungsmöglichkeiten zu geben, ohne medizinische Entscheidungen an ihrer Stelle zu treffen.

Befundkompass

Unsere App herunterladen

Gesundheitsbegleiter

AppWissen

Unternehmen

Über unsKI PrinzipienQualitätssicherungPreise & TransparenzSicherheitBarrierefreiheit

Rechtliches

AGBDatenschutzerklärungMedizinischer HinweisImpressum

Kontakt

Kontakt aufnehmenFür Ärzt:innen

© 2026 Befundkompass. Alle Rechte vorbehalten.

Made in Lingen